Folgen der Computerisierung von Wissenschaft und Technik

 

Die Frage nach der Computerisierung ist die Frage nach der umfassenden Umgestaltung von Wissenschaft und Technik durch die Methode der Computersimulation als neuem Instrument der Wissensgenerierung, durch die infrastrukturelle Vernetzung und damit Globalisierung von Forschung sowie durch die Transformation von Empirie durch computergestützte Mess- und Experimentiermethoden. Die Folgen der Digitalisierung, Algorithmierung und Vernetzung tangieren epistemische, methodische, organisatorische und wissenschaftspolitische Fragstellungen aktueller Forschung. Dies betrifft nahezu jeden Bereich der Wissenschaft und Technik bis hin zu aktuellen Entwicklungen in der Medizin (Systemmedizin) oder den Geistes- und Sozialwissenschaften (Digital Humanities). Hinzukommen in den letzten Jahren Ansätze aus der Künstlichen Intelligenz zur Automatisierung von Forschungsmethoden.

Bislang fehlt eine kohärente Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie dazu, die neben einzelnen Aspekten das Gesamtphänomen der Computerisierung in den Blick nimmt. Wie, so die Kernfrage, lassen sich die verschiedenen Tendenzen wie das „Engineering of Science“ - aktuelles Beispiel ist die Synthetische Biologie -, die „GitLabisierung“ der Wissenschaft, die Automatisierung von Forschung oder die zunehmende Datenfluten wissenschaftstheoretisch fassen und wissenschaftsforscherisch untersuchen (Computational Science Studies Lab). Grundsätzlich stellt sich die Frage, was heutige Wissenschaft erforscht: „Natur“- oder Technikphänomene, Daten oder Algorithmen?